09.12.2010Wirtschaftlicher Aufschwung und Sicherung des Fachkräftebedarfs

Vollversammlung der Handwerkskammer der Pfalz verabschiedet Wirtschaftsplan 2011

Die Vollversammlung der Handwerkskammer der Pfalz hat den Wirtschaftsplan für das Jahr 2011 verabschiedet. Die Summe der Aufwendungen und Erträge beläuft sich auf rund 18,9 Millionen Euro. Vor der Versammlung, die sich aus 28 Arbeitgeber- und 14 Arbeitnehmervertretern zusammensetzt, nahm Präsidentin Brigitte Mannert zur derzeitigen Wirtschafts- und Ausbildungssituation im pfälzischen Handwerk Stellung.

In ihrem Sachstandsbericht bescheinigt Mannert dem pfälzischen Handwerk eine "deutlich verstetigte und beschleunigte wirtschaftliche Erholung". Die wirtschaftliche Erholung habe fast alle Branchen im Handwerk erfasst, so dass man kurz vor Jahresende feststellen könne, dass sich das Handwerk "in einem wirtschaftlichen Aufschwung befindet". Sie belegte dies an einigen konjunkturellen Indikatoren der Herbstumfrage der Handwerkskammer zur wirtschaftlichen Entwicklung. So schätzten im Herbst sechs Prozent mehr Betriebe als im Vorjahr ihre wirtschaftliche Entwicklung als gut oder zufriedenstellend ein. Und nach ihrer Auffassung "dürfen auch die von den Betrieben geäußerten positiven Zukunftserwartungen optimistisch stimmen".

Getragen wird nach Mannerts Einschätzung die Wirtschaftsbelebung von den Bau- und Ausbauhandwerken, die "wieder die Rolle einer Konjunkturlokomotive übernommen haben". Hier hätten offensichtlich das Konjunkturpaket II, der hohe Bedarf anf Renovierungen und energetischer Sanierung sowie "der allgemeine Trend zur Geldanlage in den eigenen vier Wänden" belebend gewirkt. Auch in der von industriellen Zulieferern geprägten Gruppe der Handwerke des gewerblichen Bedarfs habe sich die Situation deutlich verbessert. Hinter dem positiven Trend zurückgeblieben seien dagegen die konsumnahen Handwerke des persönlichen Bedarfs. Im Nahrungsmittelbereich sei nahezu jeder zweite Betrieb mit der Geschäftsentwicklung unzufrieden.

Zur aktuellen Ausbildungssituation sagte Mannert, dass es für die Handwerksbetriebe immer schwieriger werde, offene Ausbildungsplätze zu besetzen. Dies zeige sich unter anderem daran, dass die Zahl der Lehrvertragseingänge bei der Handwerkskammer gegenüber dem Vorjahr um zwei Prozent gesunken sei. Vor diesem Hintergrund sei "die Sicherung des Fachkräftenachwuchses und des Fachkräftebedarfs die zentrale Herausforderung in den nächsten Jahren". Und deshalb müsse die "Stärkung der beruflichen Bildung" wieder in den Mittelpunkt der Bildungspolitik gerückt werden.

Die Präsidentin wies darauf hin, dass das Handwerk in den letzten Jahren entscheidend dazu beigetragen habe, jungen Menschen eine berufliche Perspektive zu geben. Daran wolle man festhalten und deshalb bemühe sich die Handwerkskammer mit verschiedenen Projekten, Jugendliche für das Handwerk zu gewinnen und sie während der Ausbildung zu begleiten und zu fördern. Sie verwies in diesem Zusammenhang auf ein neues Projekt, mit dem angelernten und ungelernten Arbeitnehmern in Handwerksbetrieben ermöglicht werden soll, einen Berufsabschluss nachzuholen.

Im Rahmen der Vollversammlung wurde Oskar Theisinger aus Zweibrücken für seine langjährige ehrenamtliche Mitarbeit und für seine Verdienste bei der Fusion der Kreishandwerkerschaften Kaiserslautern, Donnersbergkreis, Kusel und Pirmasens zur Kreishandwerkerschaft Westpfalz mit der Großen Ehrennadel der Handwerkskammer der Pfalz ausgezeichnet. Mit der Ehrennadel in Gold wurde Josef Burger aus Pirmasens, mit der Ehrennadel in Silber wurden Peter Ballweber aus Gossersweiler-Stein, Hubert Fischer aus Ludwigshafen, Heinz Georg Holl aus Bobenheim-Roxheim, Wolfgang Sofsky aus Zweibrücken und Peter Thum aus Landstuhl ausgezeichnet.